Abenteuerliches Südafrika – 1200 km bis Port Elizabeth

Port Elizabeth Shark Rock Pier

Die Südafrika Reise geht weiter von Santa Lucia, über Kokstad bis nach Port Elizabeth. Und damit willkommen zurück auf einem der ehrlichsten Blogs der Welt. Das Wetter am heutigen Tag ist absolut NICHT südafrikanisch – es regnet den ganzen Tag. Das passt uns aber ganz gut, da wir in den nächsten zwei Tagen viel Zeit im Auto verbringen werden. In Santa Lucia geht deshalb nicht mehr viel und wir fahren in Richtung der Drakensberge. Aufgrund des Wetters lassen wir eine Bergwanderung allerdings aus und nutzen unsere Unterkunft (Kokstad) nur als Zwischenstopp. Langsam peilen wir die Südküste Südafrikas an, unsere nächstgrößere Anlaufstelle lautet Port Elizabeth.

Das Abenteuer geht weiter – Schlamm Rallye, kalte Industriestadt und misstrauisches Hotel

Aber Schritt für Schritt: Bis zur nächsten Unterkunft (nach Santa Lucia) in Kokstad haben wir nun ein wenig Strecke und somit öde Autofahrt vor uns. Dieser Vorstellung werden genau die ersten zwei Stunden gerecht, danach beginnt das Abenteuer. Die heruntergeladene Südafrika Karte der App “HERE wego” auf unserem Smartphone sucht natürlich die kürzeste und wohl möglich schnellste Strecke heraus. Soweit so gut. Was das Navi allerdings nicht weiß: In welchem Zustand befinden sich die Straßen.

Port Elizabeth Offroad
#offroad

Während wir unser Auto die letzten Tage eher eingestaubt haben, stellen wir es jetzt durch matschig, rutschigen Untergrund vor die nächste Herausforderung. Sehr enge, kurvige und vor allem steile Bergstraßen erwarten uns die nächsten 70 km. Zum Teil ist es nicht mehr möglich im zweiten Gang zu fahren. Durchdrehende Reifen, ein quer gestelltes Auto und Kühe mitten am Berganstieg, gehören später zum Grundrepertoire des Fahrers. Schön, dass ich heute dran bin. Viel passiert dann auf der Autobahn später nicht mehr. Mein persönliches Highlight der ewigen Fahrt sind dann noch die Berg und Talfahrten, bei denen auch unser Auto mal ordentlich in Schwung kommt.

Port Elizabeth Irgendwo im Nirgendwo
Irgendwo im Nirgendwo. Das schlechte Wetter ist deutlich in den Gesichtern und der Gemütslage zu erkennen. Wir wissen selber nicht mehr so ganz, wo wir hier eigentlich sind.

Das Grusel-Hotel Nolangeni in Kokstad

Unsere Unterkunft für heute in Kokstad ist ein Hotel, nur wo? Wir tun uns sehr schwer damit, das Hotel in der doch sehr misstrauisch wirkenden Stadt zu finden. Zurecht hatte sich unsere Gastmutter aus St. Lucia gewundert, als wir ihr unseren nächsten Stopp verraten hatten. Das Abenteuer geht also weiter – in einer Industriestadt, die nicht im Reiseführer auftaucht und dennoch so groß ist, dass wohl Abertausende Afrikaner hier zu Hause sind. In einer nicht weniger herunter gekommenen Straße werden wir fündig. Unscheinbar in einem hässlichen Hinterhof tut sich das gebuchte Hotel auf. Uns empfängt ein Schild auf dem steht: Parken auf eigene Gefahr, für hin und wieder auftretende Vorfälle übernimmt das Hotel keine Haftung.

Wuhu, die Stimmung steigt!”

Ein freundliches junges Mädchen an der Rezeption gibt uns die Schlüssel, Fernbedienungen für den Fernseher und eine Fernbedienung für die Klimaanlage. Ein Blick auf die Schlüssel-Fächer verrät mir, dass unsere Schlüssel die Einzigen sind, die aktuell vergeben wurden. Es ist schon dunkel draußen, weshalb wir uns für den Pub in dem Hotel entscheiden und nicht mehr vor die Tür gehen. Noch immer kein anderer Gast, der uns über den Weg läuft, merkwürdig. Es scheint alles normal, aber zugleich auch skurril. Gebucht haben wir das Hotel auf dem Reiseportal Booking.com. Hier sind jetzt nicht mal mehr die Bewertungen zu finden – verschwunden! Wir überleben die Nacht schadlos und machen uns am nächsten Tag auf den Weg in Richtung Addo Elephant Park mit Halt in East London (Buffalo City). Nie wieder Kokstad!

Port Elizabeth Sonnenbrand in Kokstad
Das Highlight in Kokstad? Mein Sonnenbrand im Nacken, das sagt alles. Seht ihr die Umrisse von Afrika?

Addo African Home

Wir sind beim Addo Elephant Park angelangt. Die Lodge Addo African Home ist sowohl, für Weiterreisende in den Park, als auch zum Zwischenstopp hervorragend geeignet. Da wir bereits alle Tiere gesehen haben, die wir sehen wollten, besuchen wir den Addo Elephant Park nicht. Die Lodge des Addo African Home überzeugt sowohl in den Räumlichkeiten, als auch beim Dinner.

Nach der letzten Nacht kann es eigentlich nur besser werden. Sehr freundlich werden wir in der Lodge begrüsst und persönlich zu unseren Zimmer geführt. Zwei geräumig aufgeteilte Schlafzimmer mit einem netten Bad lassen uns die Unterkunft aus Kokstad schnell vergessen. Einzig kleiner Punkt ist, dass du das Wasser aus dem Hahn nicht zum Zähneputzen verwenden sollst. Wobei dieses Problem viel mehr an der Gegend dort, als am Guesthouse selbst liegt. Obwohl erst ab 19 Uhr in der Küche des angrenzenden Restaurants die Pfannen geschwungen werden, begeben wir uns bereits eine Weile eher in das Lokal und nehmen den ersten Drink. Das sehr vornehmlich aufgemachte Ambiente lässt mich in meinem T-Shirt, dass ich den ganzen Tag getragen habe, schon fast ein wenig underdressed aussehen.

Port Elizabeth Addo African Home Restaurant
Das wichtigste in einem Restaurant? Natürlich – die Getränkekarte!

Ein Lokal, dass darauf Acht gibt die afrikanische Bevölkerung zu unterstützen. So werden junge Afrikaner in dem Restaurant angelernt, ausgebildet und weiterentwickelt – eine lobenswerte Herangehensweise. In der ersten Getränke Runde wird uns von einem der noch sehr unsicher wirkenden Kellnern “The Pink Escape” serviert – ein Gin mit rotem Pfeffer, einem Thymianzweig, Tonic mit einem Hauch Kukuma und etwas Rosé. Als Vorspeise gibt es Süßkartoffel Gnocchi in Pilzsoße und als Hauptgericht “Chicken breast filet, Chef Sauce, mash potatoes and carrots with cumin. Ein wirklich nettes Lokal, dass uns den langen Tag im Auto am Ende doch noch ein wenig veredelt. Wir lassen den Abend dann bei einem leckeren Glas Sauvignon Blanc am Lagerfeuer ausklingen.

Port Elizabeth Addo African Home Jeansjacke
Hier zeichne ich spät abends weiter an meiner Jeans-Kutte. South Africa!

Endlich Strand und Meer in Port Elizabeth

So richtig Meer hatten wir bis dato noch nicht zu Gesicht bekommen. In Port Elizabeth ist es dann das erste Mal soweit. Nachdem wir durch das Einkaufs-Dorf Sun Boardwalk flaniert sind, empfängt uns ein schöner weißer Sandstrand an der Küste von Port Elizabeth. Wir verbringen den Nachmittag am Strand, sammeln Muscheln, schießen Fotos und genießen das schöne Wetter. Das Nelson Mandela Bay Stadium ist auch noch einer unserer Anlaufpunkte. Fotos machen ist hier relativ schwierig, weil wir nicht wirklich dicht an das Stadion herankommen. Die Drohne können wir leider auch nicht fliegen lassen, da der Wind es heute wirklich gut mit uns meint. Nicht umsonst wird die Stadt auch “The Windy City” genannt.

Port Elizabeth Nelson Mandela Bay Stadium
Das Nelson Mandela Bay Stadium. Deutschland verliert bei der WM 2010 0:1 in der Gruppenphase gegen Serbien. Das kleine Finale gegen Uruguay gewinnt die Nationalelf dann 3:2.
Port Elizabeth Sun Boardwalk
Der Sun Boardwalk ist ein kleines Dörfchen, dass aus Shops und Boutiquen besteht.

Port Elizabeth gehört mit über 300.000 Einwohnern zu den größten Städten der Republik Südafrika. Bis zum bekannten Kapstadt sind es bummelige 800 Kilometer. Geschichtlich bleibt zu erwähnen, dass die Bucht von Port Elizabeth viele Jahrhunderte als Versorgungstation für Wasser, Verpflegung und Holz diente. So kamen viele europäische Handelsflotten auf ihrer Reise von Europa nach Asien hier vorbei. Heute ist die Stadt modernisiert und vom Flughafen Port Elizabeth reisen jährlich mehr als zwei Millionen Menschen an und ab. Meine Empfehlung für Deinen Afrika-Urlaub: Von Deutschland nach Johannesburg. Dort dann knapp 5 Tage für den Krüger Nationalpark einplanen. Dann mit dem Flieger von Johannesburg nach Port Elizabeth und anschließend mit dem Mietwagen nach Kapstadt. Von wo es dann wieder zurück in die Heimat geht. Zum aktuellen Zeitpunkt geht es für uns aber noch lange nicht nach Hause. Als nächstes ruft die Surfer-Hochburg – Jeffreys Bay!

Port Elizabeth Shark Rock Pier
Direkt unter dem Shark Rock Pier zerklatschen die Wellen an den Felsen. Schöne Aufnahmen.
Port Elizabeth Tiede am Strand
Der Summerstrand liegt direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Sun Boardwalks. Hier gibt es unter anderem das Shark Rock Pier.
Port Elizabeth Lagune am Summerstrand
Handtuch einpacken und ab in die Lagune!

Unsere Unterkünfte auf diesem Teil der Reise

The Sandpipers Guesthouse
17 Sandpiper Street
3936 St Lucia

Nolangeni Hotel
55 Hope Street
4700 Kokstad

Addo African Home
Caesar’s Avenue
6105 Addo

5 Kommentare

  1. Du hast die Situationen und Stimmungen mal wieder sehr gut eingefangen. Da ist man wieder richtig drin und ich spüre wieder den kalten Wind auf der Haut, als wir auf der Schlammpiste zum Fotografieren ausgestiegen sind. Diese kleinen skurilen Abenteuer, gehören für mich einfach dazu.

  2. Dein Bericht hat mir sehr gut gefallen, Fabian, nicht zuletzt auch wegen deiner detaillierten Beschreibungen derjenigen Dinge, die eben nicht so toll liefen! Darum bemühe ich mich in meinem Blog auch immer wieder, und das unterscheidet uns schließlich von hochglanzpolierten Reiseführern, bei denen IMMER ALLES SCHÖN ist… 😉

    Eure Empfindungen in dem etwas “gruseligen” Hotel, von dem ich ja schon per WhatsApp gehört hatte, kann ich jetzt noch besser verstehen!

    Dein Sonnenbrand sieht ziemlich heftig aus; als erwachsener Mensch sollte man es soweit eigentlich nicht kommen lassen! Bist du erwachsen…? 😉

    Übriges, das ist nicht nur Afrika, das da zu erkennen ist, sondern so ziemlich der gesamte Urkontinent Gondwana und dazu sämtliche Inseln dieses Planeten…

    1. Vielen Dank für dein ehrliches und ausführliches Feedback Wolfgang. Eigentlich hatte ich mich eingecremt, Mutti wird sicherlich nicht begeistert sein. Die Sonne knallt aber auch echt fies dort.

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